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Depression:
Depressiv-gedrückte Stimmung

Interessen- oder Freudeverlust an Aktivitäten, die üblicherweise angenehm waren

Verlust des Selbstvertrauens

Selbstvorwürfe und ausgeprägte Schuldgefühle

Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Suizid

Grübeln oder Gedankenkreisen ohne erleichternde Lösung

Schwierigkeiten, Entscheidungen zu fällen

Vermindertes Denk- und Konzentrationsvermögen

Körperliche Symptome:

Verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit

Schlafstörungen mit morgendlichem Früherwachen, selten gesteigertes Schlafbedürfnis

Morgendliches Stimmungstief mit abendlicher Aufhellung

Appetit- und Gewichtsverlust, selten gesteigerter Appetit

Abnahme sexueller Interessen

Hartnäckige, nicht auf Behandlung ansprechende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, allgemeine Schwäche, Schwindel,chronische Schmerzen u.a.


Arten von Depressionen

und Verlauf
Wie andere Krankheiten (z.B. Herzkrankheiten) kommen auch Depressionen in ganz unterschiedlichen Arten und Schweregraden vor. Während man früher zwischen "endogenen" (= von innen kommenden, vererbten) und "psychogenen" (= erworbenen) Formen unterschied, gehen die heutigen Bezeichnungen beschreibend vor, ohne sich jeweils auf eine einzelne Ursache festzulegen. Die hier beschriebenen Formen variieren von Mensch zu Mensch bezüglich Schweregrad und Verlauf.



Depressive Episode
Depressive Episoden (Major Depressions) können einmalig oder wiederholt auftreten. Sie sind bei weitem die häufigste Form depressiven Leidens. Je nach Anzahl Symptome (vgl. Symptome der Depression und Manie) und Beeinträchtigung bei der Bewältigung des Alltages werden leichte bis schwere Zustände unterschieden. Eine einzelne depressive Episode dauert unbehandelt sehr unterschiedlich lange. Im Mittel jedoch ca. vier Monate, die Mehrzahl der Betroffenen ist danach wieder vollständig beschwerdefrei. Die erste depressive Episode beginnt gewöhnlich Mitte zwanzig, kann aber in jedem Alter auftreten und folgt häufig einer schweren Belastung.

In seltenen Fällen treten die depressiven Episoden nur in den Herbst- und Wintermonaten auf. Nach spontanem Verschwinden der Symptome im Frühling folgt in der Regel eine unbeschwerte Sommerzeit. Oftmals sind diese saisonal auftretenden Depressionen geprägt von vermehrtem Schlafbedürfnis, Heisshunger und Gewichtszunahme. Diese Depressionsform spricht in der Regel gut auf eine Lichttherapie an.



Depressive Persönlichkeit
Hierbei handelt es sich um eine leichtere, aber lang anhaltende Depressionsform, die meist schon in der Jugend auftritt. Man spricht deshalb von einer depressiven Neurose oder depressiven Persönlichkeit. Die Beschwerden sind hier so sehr Teil des Alltagserlebens, dass Betroffene ihr Leiden oftmals nicht als Depression erkennen und angeben, es sei "schon immer" so gewesen. Gelegentlich erleben depressive Persönlichkeiten zusätzlich auch eine depressive Episode.


Depressionen?
Depressionen haben verschiedene Ursachen, die oftmals zusammenwirken und so erst zur eigentlichen Erkrankung führen. Bei einigen Betroffenen findet sich eine familiäre Häufung depressiver Störungen, was auf Erbfaktoren hinweisen kann. In diesen Fällen ist das Erkrankungsrisiko gegenüber der übrigen Bevölkerung auf das doppelte bis dreifache erhöht. Trotzdem führt eine ererbte Verletzlichkeit nicht automatisch zum Ausbruch der Krankheit, und bei den meisten Menschen mit einer Depression besteht keine familiäre Häufung. Von grosser Bedeutung sind psychologische Faktoren wie mangelndes Selbstwertgefühl, negatives Denken, eine ängstliche und übermässig pflichtbewusste Persönlichkeit sowie chronische Angst- und Zwangszustände. Daneben können auch belastende Erfahrungen eine Depression auslösen, zu nennen sind einschneidende Verluste (Arbeit, Partner), chronische Überforderung und Beziehungskonflikte sowie finanzielle Probleme. Ebenso kann eine depressive Erkrankung im Zusammenhang mit chronischen Körperkrankheiten (Hirninfarkt, Tumoren, Schmerzen, Schilddrüsenunterfunktion, HIV usw.) oder mit Substanzabhängigkeit (z.B. Alkohol, Kokain) auftreten. In biologischer Hinsicht sind Depressionen durch eine Veränderung der Aktivität bestimmter Hirnzentren und häufig durch eine Zunahme des Stresshormons Cortisol gekennzeichnet

Medikamente
Zur Verfügung stehen viele unterschiedliche Präparate, die sich in zwei Gruppen einteilen lassen: "klassische" (sog. Trizyklika) und "neuere" Antidepressiva. Die letzteren (z.B. die Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) sind selektiver wirksam und haben dadurch weniger Nebenwirkungen. Alle diese Medikamente wirken auf das Gehirn mit dem Ziel, die veränderte Aktivität bestimmter Hirnzentren günstig zu beeinflussen und so zu einer Stimmungsaufhellung beizutragen. Im Gegensatz zu Drogen und anderen Medikamenten ist bei Antidepressiva keinerlei Suchtgefahr oder körperliche Abhängigkeit bekannt.

Es ist wichtig zu wissen, dass Antidepressiva - im Gegensatz z.B. zu einer Kopfwehtablette - nicht sofort wirken. Frühestens nach einigen Tagen darf mit einer Stimmungsaufhellung gerechnet werden, die für die Betroffenen anfänglich meist unmerklich und langsam erfolgt. Alle Antidepressiva - ausser die Johanniskraut-Präparate - unterstehen der Rezeptpflicht und sollen nur nach Absprache mit behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt in der Dosis verändert oder mit anderen Medikamenten kombiniert werden.

Üblicherweise wird zu Beginn einer Behandlung eine niedrige Dosis gewählt, um den Organismus an das Medikament zu gewöhnen; danach erfolgt eine schrittweise Erhöhung. Gehen die Symptome nicht zurück oder treten zu starke Nebenwirkungen auf, soll das Präparat gewechselt werden. Leider gibt es bis heute noch keine Möglichkeit, die Wirkung eines einzelnen Antidepressivums bei einem bestimmten Menschen sicher vorherzusehen; es ist also keineswegs eine schlechte Therapie oder gar das Versagen der Betroffenen, wenn mehrere Medikamente "ausprobiert" werden müssen.

Nach Abklingen der Beschwerden neigen viele Betroffene dazu, das Antidepressivum frühzeitig abzusetzen, was die Gefahr eines Rückfalles erhöht. Deshalb sollte das Beenden einer Therapie immer in Absprache mit der Ärztin bzw. dem Arzt erfolgen. Als Faustregel gilt, dass nach Normalisierung der Stimmung während mindestens sechs Monaten mit der gleichen Dosis weiter behandelt werden sollte, danach kann eine langsame Reduktion vorgenommen werden. Bei schweren wiederkehrenden Depressionen ist eine Langzeitbehandlung über Jahre in Betracht zu ziehen, da dadurch u.U. die Beschwerden dauerhaft gelindert werden können. Allerdings fehlen noch Langzeitstudien, die sich über viele Jahre erstrecken.

Wie alle Medikamente besitzen auch Antidepressiva Nebenwirkungen, die mit dem Arzt oder der Ärztin genau besprochen werden sollten. Häufig sind sie vorübergehend und harmlos (z.B. Müdigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit) und können durch langsame Dosissteigerung umgangen werden. Gelegentlich sind sie aber so stark ausgeprägt, dass ein Medikament nicht weiter verabreicht werden kann (z.B. Unruhe, Schlaflosigkeit, Allergie). Abhilfe schafft dann der Wechsel auf ein Präparat aus einer anderen Stoffklasse .



Psychotherapie

Paar- und Familientherapie
Depressionen treten häufig in Zusammenhang mit partnerschaftlichen und familiären Konflikten auf. Deshalb kann es lohnend sein, bei anhaltenden Konflikten nach Aufhellung einer Depression eine Paar- und Familientherapie durchzuführen. Voraussetzung für diese Art der Behandlung ist natürlich die Bereitschaft der Angehörigen, während einer gewissen Zeit selber regelmässig an den Therapiesitzungen teilzunehmen.


Kognitive Verhaltenstherapie
Im Zentrum steht hier die Erkenntnis, dass Gedanken imstande sind, Gefühle - bis hin zu Depressionen - hervorzurufen. Bei depressiven Menschen finden sich negative Gedanken bezüglich der eigenen Person ("ich bin unfähig, wertlos"), der Umwelt ("die anderen verachten mich") und der Zukunft ("es wird sich nie etwas ändern"). Diese negativen Überzeugungen treten in der Regel in Sekundenschnelle und automatisch bei unzähligen Gelegenheiten auf und ziehen die depressive Verstimmung nach sich. In der Therapie geht es darum, diese Annahmen zu erkennen, zu hinterfragen und sie durch neue Gedanken zu ersetzen. Wertvolle Hilfe kann dabei auch ein gleichzeitig durchgeführtes Selbstsicherheitstraining leisten.


Interpersonelle Therapie
Diese Therapieform stützt sich auf die Erfahrung, dass Depressive oft unglückliche oder problematische Beziehungen zu ihren Mitmenschen unterhalten - sei es als Ursache oder als Folge ihres Leidens. Bei der Behandlung werden deshalb Verlusterlebnisse, momentane Konflikte, einschneidende Lebensveränderungen sowie allgemeine Unsicherheiten in zwischenmenschlichen Situationen bearbeitet. Ähnlich wie bei der kognitiven Verhaltenstherapie liegt das Hauptaugenmerk der Therapie im Hier und Jetzt und befähigt die Betroffenen, ihre Beziehungen aktiver und selbstsicherer zu gestalten, was zu einer Reduktion der depressiven Beschwerden beiträgt.


Psychoanalytisch orientierte Therapie
Hauptziel dieser Therapieform ist die schrittweise Interpretation abgewehrter Gefühle in die Persönlichkeitsentwicklung, im Falle der Depression speziell die Auseinandersetzung mit Gefühlen wie Ärger und Enttäuschung, die bei einem Verlust auftreten. Die Betroffenen werden unterstützt, auf innere Vorstellungen (auch Träume) und Gefühle zu achten und ihr Erleben in Zusammenhang mit früheren Erfahrungen zu bringen. Die Therapeutin bzw. der Therapeut versucht, den depressiven Menschen in seiner aktuellen Situation und aufgrund seiner Lebensgeschichte zu verstehen und seine innere Dynamik vorsichtig zu deuten.

Es gibt eine Reihe von psychoanalytisch orientierten Kurztherapieformen, die zwischen 20 und 50 Stunden dauern. In den Therapiestunden sitzen sich Betroffener und TherapeutIn gegenüber. Diese Therapieform erlaubt im Gegensatz zur klassischen Analyse auch Stützung, Beratung und das Verschreiben von Antidepressiva.